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Nützlinge

Blattlaus auf Rosentrieb

Immer mehr Menschen beschließen, naturgemäß zu Gärtnern - insbesondere im Kleingartenwesen zeigt sich diese Tendenz deutlich. Diese Form des Gärtnerns bedeutet nicht, dass auf Pflanzenschutz verzichtet wird und dass man die Kulturen kampflos den Pflanzenschädlingen und Pflanzenkrankheiten überlassen werden. Statt dessen wird auf die Verwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel verzichtet, was die direkte Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten stark begrenzt. Umso mehr kommen die übrigen Maßnahmen des Integrierten Pflanzenschutzes zur Anwendung.

hier die klassische Definition des Integrierten Pflanzenschutzes:

Integrierter Pflanzenschutz

ist eine Kombination von Maßnahmen, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung mechanischer, biotechnischer, biologischer pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.

Nachfolgend stichwortartig eine Erläuterung der einzelnen Maßnahmen:

pflanzenzüchterische Maßnahmen

Einsatz von gesundem Saatgut, Verwendung krankheitstoleranter und resistenter Pflanzen

Pflanzenzüchterische Maßnahmen

Einsatz von gesundem Saatgut, Verwendung krankheitstoleranter und resistenter Pflanzen

Anbau- und kulturtechnische Maßnahmen

Aussaatzeitpunkte, Fruchtwechsel, Mischkulturen, Standortwahl, Boden und Düngung

Biotechnische Maßnahmen

z.B. Lockstofffallen, Leimringe, Gelbtafeln, etc.

Mechanische Maßnahmen

Einsatz von gesundem Saatgut, Verwendung krankheitstoleranter und resistenter Pflanzen

biologischen Maßnahmen

hierzu gehört insbesondere die Bekämpfung von Pflanzenschädlingen durch ihre natürliche Gegenspieler, die sogenannten Nützlinge.

Nützlinge und Schädlinge, was versteht man darunter ?

Mit dem Begriff Nützling geht oft die Vorstellung einher, dass es sich hierbei um etwas "gutes" handelt. Infolge dessen sind bei dieser Betrachtung Schädlinge also als "böse" einzustufen. Dass diese Einteilung etwas zu banal ist, wird wohl jedem, der sich mit den Vorgängen der Natur beschäftigt, klar sein. Kein Tier in unseren Gärten ist dafür da, dem Menschen irgendetwas Gutes zu tun oder ihm eine Freude zu bereiten. Jeder Organismus im Ökosystem Garten hat seinen eigenen Platz und übernimmt somit eine bestimmte Funktion. Fressen und gefressen werden lautet die Devise. Handelt es sich bei den "Opfertieren", nach unserer Betrachtung um Schädlinge, sprechen wir bei den "Tätern" von Nützlingen. Das Vorkommen an Nützlingen ist immer an das Vorhandensein von Schädlingen gekoppelt. Also gilt: 

Ohne Schädlinge, keine Nützlinge!

Aus der Sicht des Pflanzenschutzes verstehen wir unter "Schädlingen" solche Arten, die durch vermehrtes Vorkommen an Kulturpflanzen Schäden bzw. Ernteverluste verursachen. Dabei handelt sich in der Regel um Insekten, Milben, Mäuse, aber auch um Vögel und andere Wirbeltiere. Nützlinge, werden wissenschaftlich auch als Antagonisten bezeichnet, sind die natürlichen Feinde, (oft auch Gegenspieler genannt) der Schädlinge.

Biologische Vielfalt

Durch Schaffung geeigneter Lebensräume und Lebensbedingungen für Nützlinge und durch eine große biologische Vielfalt in unseren Gärten können sich stabile "ökologische Gleichgewichte" einstellen, die eine Massenvermehrung an Schädlingen verringern. Die Nützlinge sind hier quasi automatisch mit im Spiel. Dieses Thema wird bei der Nützlings-Förderung ausgiebig behandelt.